Whataboutism / Whataboutismus

Was bedeutet es...

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»Auf Seite 2 habe ich noch einen Tippfehler gefunden. Das ist ein ziemlicher Schnitzer.« »Na, Du hast doch bestimmt auch schon mal was falsch geschrieben, oder?!«

Bedeutung von „Whataboutismus“

Der Whataboutismus ist eine rhetorische Figur, die häufig bei kontrovers geführten Diskussionen zum Einsatz kommt. Meist geschieht dies, wenn

  • sachliche Argumente ihre Wirkung verfehlen würden oder
  • zur Verdeutlichung und Einordnung (bzw. Relativierung) der von der Gegenseite vorgetragenen Argumentation.

Eine kritische Frage oder ein bestimmter Punkt in der Auseinandersetzung wird nicht konkret erörtert, sondern mit einer Gegenfrage, einem Verweis auf Fehlverhalten der Gegenseite oder mit Hinweis auf ein ähnliches Problem beantwortet.

Dadurch wird eine gegnerische Position oder These relativiert. Whataboutism kann auch eingesetzt werden, um eine Auseinandersetzung in eine andere Richtung zu lenken.

Die Verwendung von Whataboutism – ebenso wie der Hinweis darauf, dieses Stilmittel zu nutzen – sind Formen des strategischen Framings (weitere Infos im verlinkten Artikel).

Der Vorwurf von Whataboutismus lässt sich durch eine geschickte Diskussionsführung provozieren, indem kritische Punkte bewusst angesprochen und ein ausweichendes Verhalten der Gegenseite ausgewertet und dann als Whataboutismus gebrandmarkt wird.

Wortherkunft

Der Begriff stammt aus der englischen Sprache und kommt dort bedeutungsgleich zum Einsatz. „What about…?“ lässt sich mit „Was ist mit…?“ oder freier mit „Und was ist eigentlich mit…?“ übersetzen.

Im Deutschen wird der Begriff immer in Einzahl verwendet. „Whataboutismen“ als Pluralform findet sich zwar in manchen Texten, ist aber kaum gebräuchlich.

Worttrennung

  • What·abou·tism
  • What·abou·tis·mus

Aussprache (nach IPA)

  • wɔtəbaʊ̯ˈtɪzm̩
  • wɔtəbaʊ̯ˈtɪsmʊs

Beispielsätze

Besonders in sozialen Medien wird immer wieder mit Hilfe von Whataboutism argumentiert.

Die Diskussionsrunde begann spannend, driftete dann aber schnell in ermüdenden Whataboutismus ab.

»Whataboutism löst unser Problem nicht!« »Lenken Sie doch nicht vom Thema ab!«