gewohnt – gewöhnt

Unterschied und Bedeutung...

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Jaja, an manche Regeln der deutschen Sprache kann man sich nur schwer gewöhnen… wobei es hier eigentlich nur um den kleinen, aber feinen Unterschied in der Bedeutung der beiden Wörter „gewöhnt“ und „gewohnt“ geht.

Mach Dir keine Sorgen, wenn Du schon jetzt auf dem Schlauch stehst. Es gibt da nämlich einen ganz einfachen Trick, den ich Dir gleich verrate! 🙂

Bedeutung von „gewöhnt“

Das Verb „gewöhnen“ stammt vom Substantiv „Gewöhnung“ ab.

Wenn Du Dich mit etwas oder jemandem vertraut machst, dann gewöhnst Du Dich daran. Es geht also um einen Zustand, den man schon öfters in derselben oder in einer vergleichbaren Form erlebt hat.

Wer etwas gewöhnt ist, kennt es gut und hat sich (inzwischen) damit abgefunden, kann es aber auch von ganzen Herzen mögen und nicht mehr missen wollen.

Bedeutung von „gewohnt“

Das Verb „gewohnt“ stammt vom Substantiv „Gewohnheit“ ab.

Hast Du mit etwas oder jemandem schon länger Umgang oder Erfahrung, dann ist es Dir zur Gewohnheit geworden.

Es sagt aber nicht aus, ob man diese bestimmte Sache nun gerne tut oder nicht bzw. ob man diese Person mag oder eben nicht. Du kannst eine bestimmte Tätigkeit gewohnt sein, aber wirst Dich doch nie daran gewöhnen können (im Sinn von „damit anfreunden“).

Zugegeben, bedeutungsmäßig gehen beide Begriffe ineinander über…

Man sagt ja auch „etwas gewohnt sein“ oder „etwas wurde mir zur lieben Gewohnheit“ und meint das dann natürlich durchaus positiv. Wobei in diesen Aussagen ebenfalls mitschwingt, dass man sich daran erst gewöhnen musste.

Tipp zur Unterscheidung gewöhnt – gewohnt

Das Verb „gewöhnt“ kommt meistens (nicht immer) mit der Präposition „an“ daher, also beispielsweise „an etwas gewöhnt sein“. Beim Verb „gewohnt“ klingt die Präposition „an“ oft eher eigenartig. So kannst Du Zweifelsfälle überprüfen.

Tipp für Texter

Solltest Du Dir nicht sicher sein, welches Verb passt, dann stelle Dir die Frage, was mit dem Text ausgedrückt werden soll:

Mit „gewohnt“ bringst Du eine gewisse Routiniertheit und Erfahrung zum Ausdruck (auch ein Stück weit Gelassenheit), während Du mit „gewöhnt“ dieselbe Aussage in einem emotionaleren Kontext vermitteln kannst.

Beispielsätze

Susi war es gewohnt, dass Max sie öfters warten ließ. Trotzdem fiel es ihr nach all der Zeit immer noch schwer, sich daran zu gewöhnen.

Die Urlauber waren schon an das schlechte Wetter gewöhnt.

Rocky war es gewohnt, die schwierigen Aufgaben zugewiesen zu bekommen.

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Über Tobias Eichner
Als kreativer Schreiberling macht es mir Spaß, aufs Punkt und Komma genau zu texten. Dieses Portal soll ein Nachschlagewerk und eine Anlaufstelle für alle sein, die sich näher mit der deutschen Sprache auseinandersetzen möchten.