Der Deppenapostroph – manchmal sinnvoll?

Von Deppen und Apostrophen...

Werbung

Kommt drauf an: Auslassungen und für mehr Verständlichkeit

Der Apostroph wird häufig genutzt, um damit fehlende Buchstaben eines Wortes kenntlich zu machen oder die Lesbarkeit eines Satzes zu erhöhen. Du findest das in Texten der Alltagssprache, aber vor allem in Gedichten.

Auch hier kann man sich wieder trefflich darüber streiten, wann ein Apostroph sinnvoll ist, wann überflüssig und wann eigentlich falsch.

Diesen Apostroph wird wohl niemand in Frage stellen:

  • ’s ist schon spät, wir sollten gehen.

Was soll dieses einsame und verlassene „s“ am Satzanfang, noch dazu kleingeschrieben? Das braucht schon allein zur moralischen Unterstützung einen Apostroph! 😉

Ebenfalls allgemein akzeptiert sind Apostrophen in Zusammenhang mit Verkürzungen des Pronomens „es“:

  • Wie geht’s Dir? – Wie geht es Dir?
  • Mach’s gut. – Mach es gut!

Das letzte Beispiel zeigt aber schon einen der Fälle auf, bei welchen ich – zumindest für bestimmte Textarten und Zielgruppen – einen Apostroph setzen würde, andere hingegen sich strikt dagegen verwahren:

  • Mach’ es gut! – Mach es gut!
  • Wir gingen zum Baden in’s Wasser. – Wir gingen zum Baden ins Wasser.
  • Wir fuhren an’s Meer. – Wir fuhren ans Meer.

Orthographisch betrachtet sind diese Apostrophen falsch. Aus Sicht eines Texters, der damit eine bestimmte Wirkung erzielen möchte, nicht notwendigerweise:

Hier kommt es eben darauf an, was Du bevorzugst. Falls es für Deine Textart bedeutungslos ist und Du Dich möglichst wenig streiten möchtest, dann lass’/lass den Apostroph weg. Ansonsten gilt derselbe Ratschlag, wie ich ihn Dir schon im Fall des Genitiv-s gegeben habe: Mit einem kleinen Apostroph wird die Welt weder besser noch schlechter!

Apostroph – mein Fazit

Okay, Du hast jetzt so weit gelesen und fragst Dich inzwischen bestimmt, ob es nicht irgendeine universelle Regel für die Verwendung des Apostrophen gibt.

Die existiert zwar leider nicht, aber als grundsätzliche Empfehlung rate ich Dir, den Apostroph sparsam und mit Bedacht einzusetzen. Überlege Dir im Zweifelsfall, welchen Effekt Du mit einem Apostroph an der jeweiligen Stelle erzielen möchtest.

Ich als Texter Tobi sehe die Sache mit den Apostrophen gelassener als so manche Hardliner, die fest am offiziellen Regelwerk der deutschen Sprache kleben.

Gerade im Bereich des kreativen Schreibens möchte man mit Texten immer eine bestimmte Wirkung beim Leser erzielen. Eine Möglichkeit, dies zu tun, stellen nun einmal die vielfältigen Mittel der Typographie dar.

Was „gut“ aussieht, ist nicht immer orthographisch korrekt und was typographisch ein echter Hingucker ist, lässt manchen Deutschprofessor erschaudern. So ist das eben mit der Sprache – man kann’s keinem wirklich zu hundert Prozent recht machen! 😉

Werbung
Über Tobias Eichner
Tobias Eichner ist als freiberuflicher IT- & Business-Consultant sowie Softwareentwickler tätig. Als Gründer und Geschäftsführer von TOBIAS EICHNER IT + CONSULTING schreibt er regelmäßig für unseren Blog. Tobias studierte Wirtschaftsinformatik und Betriebswirtschaftslehre in Deutschland.